Förderungen

Medizinisch-pflegerische Ambulanz im Ostpark

In der Ambulanz werden an jedem Werktag Obachlose / wohnsitzlose Patienten von den ehrenamtlich arbeitenden Ärzt/Innen und dem erfahrenen Pflegepersonal versorgt. Vertrauensvolle einfühlsame Gespräche der medizinisch-pflegerischen Fachkräfte haben große Bedeutung, um bei den Patienten eine Mitwirkung bei der Behandlung zu erreichen.  Der Schwerpunkt der pflegerischen Arbeit ist die zeit- und arbeitsintensive Versorgung großer Wunden und das Richten der Dauermedikation für Langzeitpatienten.  Das Angebot der Ambulanz wird sehr gut angenommen. Im  Jahresvergleich 2015 / 2016 haben die ärztlichen Behandlungen um 30 %, die pflegerische Versorgung um 34 % zugenommen.

Lediglich 10 % der Patienten kommen von außerhalb der Einrichtung, die meisten übernachten  oder leben dort. Diese Nähe von Ambulanz und Bewohnern wirkt sich günstig aus, denn so können sie auf dem morgendlichen Rundgang von einem Pfleger und Sozialarbeiter aufgesucht und zur Behandlung motiviert werden. Vital gefährdete Personen, die von selbst nicht in die Einrichtung gekommen wären, aber dringend der Hilfe bedürfen, Patienten mit Abhängigkeitsserkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen bleiben so im Blickfeld und gehen nicht verloren.  Bei etwa 4% Prozent der Patienten wird eine ausgeprägte Verwahrlosung festgestellt, was besonders intensiver Maßnahmen der Körperhygiene bedarf, wie beispielsweise Entlausungen und Inkontinenzversorgung, um weiterer Verelendung entgegenzuwirken.

Mehr als die Hälfte der Patienten ist nicht krankenversichert , viele von ihnen benötigen  dringend regelmäßige und teilweise auch teure Medikamente. Besonders dieser Teil der Hilfeleistungen ist angestiegen. Gerade deswegen ist die Förderung der Medikamentenversorgung durch Lazarus so wichtig, um den Menschen wirklich zu helfen. Gleiches gilt für die Übernahme von Essenpatenschaften für kranke Patienten ohne Leistungsanspruch.

In einigen Fällen kann die Versicherungsfrage nicht geklärt werden, weil die Personen die Einrichtung inzwischen verlassen haben. Die Hauptursache einer fehlenden Krankenversicherung ist, dass kein Anspruch auf Sozialleistungen besteht.

Da fast zwei Drittel der Patienten aus Ost- und Südeuropa kommen, ist  die Mehrsprachigkeit des Pflegepersonals für die Verständigung und Hilfeleistungen sehr hilfreich. Oftmals sind Übersetzungsdienste bei der Begleitung zum Facharzt oder bei Krankenhausterminen nötig.

Essenpatenschaften für Patienten

 

Seit Anfang 2014 übernimmt Lazarus Essenpatenschaften für Bewohner der Übernachtungsstätte Ostpark. Die Einrichtung ist nicht für eine  Essensversorgung ausgerichtet. Dieses Hilfeangebot gilt Bewohnern, die nicht in der Lage sind, sich  selbst zu versorgen und keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben,  deren Versorgung mit Essen aber aus medizinischer Sicht dringend sicher gestellt sein muss. Das Hilfeangebot trägt maßgeblich zur Verbesserung des schlechten Allgemeinzustandes der Patienten bei und dient der Existenzsicherung

Vereinbart ist, dass der Frankfurter Verein Gutscheine ausgibt und die Abrechnungsbelege für die einzelnen Personen an Lazarus weiterleitet. Die Gutscheine können in der nahe gelegenen „Bärenstraße“, einer Tagesstätte der Caritas, täglich eingelöst werden für Frühstück, einschließlich Heißgetränk; Mittag- oder Abendessen; Kaffee, Tee.  Sind die Patienten zu krank oder stark gehbehindert, wird die Möglichkeit genutzt, über das Rote Kreuz einen Menue Service in die Notübernachtungsstätte zu bestellen, der auch Diätvorschriften berücksichtigt.

Vor Ort nachgefragt:

Wird dieses Angebot regelmäßig genutzt, auch längerfristig?

Essenpatenschaften erhalten Personen, die über keinerlei Einkommen verfügen und sich in  schlechtem Gesundheitszustand befinden. Für sie ist dieses Angebot überlebensnotwendig. Sie  können dieses Angebot auch über einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Im Durchschnitt wird es täglich genutzt.

Und wie oft wurden die Essengutscheine eingelöst?

Im Zeitraum Januar bis September 2017 wurden insgesamt über 5.000 Verköstigungen ausgegeben. In den Wintermonaten Januar bis März war die „Bärenstraße“ zusätzlich auch an Sonntagen geöffnet, so dass dort auch sonntags eine Suppenmahlzeit eingenommen werden konnte.

 

Persönliche Beihilfen

 

Mit einer persönlichen Beihilfe kann einer bedürftigen Person schnelle,  gezielte und direkte Hilfe zuteil werden.  Hierbei handelt es sich um einen Hinweis auf die aktuelle Notlage  einer Person, die im Hilfenetz bekannt ist,  die in ärmlichen Verhältnissen lebt und betreut wird. Meistens reichen kleinere Beträge aus, mit denen eine Notsituation kurzfristig überbrückt  oder  ein akuter Bedarf gedeckt werden kann.

Die persönliche Beihilfe dient auch dazu, eine mögliche Verschlimmerung abzuwenden, etwa durch Schwarzfahren oder die Aufnahme von Schulden.

Durch die Übernahme von Gebühren für die  Ausstellung von Urkunden beispielsweise werden Personen dabei unterstützt, mögliche Ansprüche nachweisen und  geltend machen zu können.

Der Bedarf ist vielfältig: Es geht um Fahrtkosten, Fahrscheine und Monatskarten, die Begleichung einer Nachzahlung,  Medikamente, Arztrechnungen, Gebühren für die Ausstellung persönlicher Dokumente  und Urkunden, passendes Schuhwerk, eine Lesebrille, Reparaturkosten oder auch eine kleinere Anschaffung für den Hausstand.

K9 Hilfen für suchtkranke Menschen

Der Verein Arbeits- und Erziehungshilfen e.V. betreibt seit vielen Jahren eine medizinische Ambulanz für abhängigkeitserkrankte Menschen im Bahnhofsviertel, in der ausgegrenzte Menschen eine ärztliche Erstversorgung erhalten und Patienten bei Aufnahme in die Substitution umfassend versorgt werden.
Diese Ambulanz wird durch einen städtischen Zuschuss sowie Kassenerlöse finanziert, die allerdings für die Kostendeckung nicht ausreichen.

Lazarus fördert die Personalkosten für Konsiliarärztinnen, damit das Sprechstundenangebot um eine wöchentliche Sprechstunde nur für weibliche Patientinnen ergänzt werden kann. Außerdem wurden Mittel für die Ausstattung der Praxis mit einem Elektrokardiografiegerät (EKG) und einer Operationslampe für kleinere Eingriffe bereit gestellt.

Frauencafé im Bahnhofsviertel

Lazarus fördert das Frauencafé im Frankfurter Bahnhofsviertel, das Teil der verschiedenen Hilfeangebote der Frauenberatungsstelle des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten e.V. ist.

Das Café ist an fünf Tagen in der Woche von 20 Uhr bis 24 Uhr geöffnet. Es ist in  den Abendstunden  die einzige Anlaufstelle mit einer Basisversorgung für wohnungslose drogenabhängige Frauen, die ihren Lebensmittelpunkt im Bahnhofsviertel haben.

Ziel des Frauencafés ist es, Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebenssituation zu bieten:

Die Frauen können zur Ruhe kommen, sich vom Stress der Szene etwas erholen, duschen und essen, sie erhalten frische Kleidung und Material, um sich vor Infektionen schützen zu können. Die Sozialarbeiterinnen beraten und betreuen die Frauen, zeigen ihnen Wege zur Gesundung auf und vermitteln akute Hilfen wie ein Bett für die Nacht oder einen Termin für eine umfassende Beratung.

Lazarus hat die Finanzierung der Personalkosten für die Öffnung des  5. Wochentages übernommen, von April 2014 bis Ende 2017.

Vor Ort nachgefragt:

Kommen die Frauen eher regelmäßig zu Ihnen?

Zum großen Teil sind es Frauen, die wir schon lange kennen. Aber es kommen auch neue Frauen hinzu. Teilweise werden sie von anderen Frauen mitgebracht, oder wir lernen sie bei unserer täglichen Streetworkrunde kennen und laden sie dann in unser Café ein.

Benötigen die Frauen ärztliche Hilfe?

Die Frauen sind oft in einem schlechten Allgemeinzustand. Dies wird mit Ihnen thematisiert. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wo sie sich (auch ohne Krankenversicherung) untersuchen lassen können. Wenn die Frauen uns darum bitten oder wir es für nötig halten, rufen wir ggf. auch einen Krankenwagen. Da die gesundheitliche Versorgung und die Prävention in der Drogenhilfe stetig verbessert werden, steigt die Lebenserwartung der drogenabhängigen Menschen.

Jede, wirklich jede einzelne Spende zählt.
Jede einzelne kann viel bewirken,
macht uns dankbar.